Beschädigung versus Zerstörung
22.02.2009

Ein gerne angewandter Trick der Versicherung ist auch folgender: Die Klausel gilt nach ihrem Wortlaut für Fälle der Beschädigung.

Wenn die Reparaturkosten oberhalb des WBW liegen, behauptet mancher Versicherer, dass sei nun keine Beschädigung mehr. Vielmehr sei nun das Stadium der Zerstörung erreicht.

Das ist aber sachlich falsch. Der Versicherungssenat des BGH hat schon vor fast 40 Jahren entschieden (NJW 1969, 256), dass eine Zerstörung im versicherungsvertraglichen Sinne erst dann vorliegt, wenn eine Reparatur technisch nicht mehr möglich ist. Der Zerstörungsbegriff ist also keine wirtschaftliche Kategorie. Also ist die Beschädigungsklausel im obigen Sinne anzuwenden.
Sonderfall „Sportversicherung“
Ein seltener, aber im Einzelfall zu beachtender Sonderfall ist der der Versicherung, die viele Sportvereine für ihre ehrenamtlichen Helfer abgeschlossen haben. Fahren ehrenamtliche Helfer (zum Beispiel Trainer, Betreuer oder ein Kindertransportfahrdienst) im Auftrag des Vereins und erleidet einer von ihnen auf der Fahrt einen selbst verschuldeten Unfall, tritt dafür eine spezielle Versicherung ein.

Die Police des Marktführers auf diesem Gebiet enthält die Einschränkung, dass die Entschädigungshöchstgrenze in jedem Fall „WBW minus Restwert“ ist. Die Klausel ist zulässig, weil es sich bei dieser Art der Versicherung nicht um eine Sachversicherung handelt, sondern um eine Vermögensschadenversicherung.

Die Einschränkung greift nicht nur in den Fällen, in denen die Reparaturkosten den WBW, sondern bereits wenn sie die Differenz aus WBW und Restwert überschreiten. Reparaturen sind also nur bei eindeutigen Reparaturfällen möglich.

Quelle: Unfallregulierung Effektiv / www.iww.de
IWW Institut für Wirtschaftspublizistik
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